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Vulkanausbruch. Das Chaos in drei Akten

Prolog

Werte Leser. In der letzten Folge befanden sich unsere Helden in der äußerst komfortablen Situation einer familienähnlichen Atmosphäre und ausreichenden Mengen an Nahrung und Erholung. Um auf diesem Trip nichts einreißen zu lassen, hatte sich der Gott des Alkohols (im Volksmund auch Fürst Uranov, der meist eine Goldkrone trägt, genannt) nun ein weiteres makaberes Spiel für die beiden noch ahnungslosen Missionare der gesunden Lebensweise ausgedacht. Die nur einen einzigen Fehler begingen...aber einen Großen...sie vergaßen ihre "Drinking Hats" (kleiner Feigling-Sauf-Caps) zu tragen.

Erster Akt: Die innere Stimme

Nichtsahnend und wohlgelaunt verließen sie den Jungle Beach, Mekka des Rumpimmelns und Himmel der Chillaxer, um sich mit dem Nachtbus auf die Reise nach Hoi An zu machen. Die Reise bestritten sie weiterhin mit tag11-1der zusammengewürfelten Reisegruppe, bestehend aus Steve, Emily und Helen. Hoi An...Hoi An...was würde sie dort erwarten? Nach einer zermürbenden Busfahrt, die um 7.30 am Morgen endete, landete man schließlich im Sunflower Hotel. Hotel? Was wollen wir eigentlich hier? Harri und Kalle hatten sich mal wieder freestylemäßig um nichts gekümmert...aber die Anderen hatten für uns mitreserviert. Die Bezeichnung Hotel ist jedoch nicht ganz passend, ist dieser Ort doch der Backpacker Treffpunkt schlechthin in der Stadt. Den Gerüchten zufolge sollte sich hier am Abend das trinkwütige Volk sammeln, um dann gemeinsam zum Club zu ziehen.....WHAAAAAAAAAAAAATT?!? Geil! Die Puzzleteile fügten sich also allmählich zusammen. 

Doch erst einmal wurde das neue, zum Sieger der Frühstücke gekrönte Mahl genossen. All-you-can-eat-Breakfast, welches im Zimmerpreis von 9$ enthalten war...Nom Nom! Weiterhin im Chillkrötenmodus, kroch man danach erstmal 10m weiter bis zum Pool, um sich dort gepflegt und mit voller Wampe niederzulassen. Schon konnten wir das unterschwellige Mantra und das Flüstern der Stimmen hören...betrinkt eeeeeuuuuchhhhh....! Nach ausreichender Erholung und Verdauung, beschloss man sich Fahrräder auszuleihen (Boah was, für 24h ausleihen müssen wir ganze 75 Cent bezahlen...Frechheit!) und zum Strand zu fahren. Dort angekommen, schwang sich wieder ein jeder niedriger Kioskbesitzer zum Herrscher über den vietnamesischen Grundbesitz auf, als sie uns partout nur das Fahrrad dort abstellen lassen wollten, wenn wir auch bei Ihnen einkaufen. Trotzig wie eh und je, sahen wirtag11-2 es gar nicht ein, ganze 25Cent für eine Flasche Wasser zu verschwenden und schritten einfach so zum Strand. Ein Teil der Gruppe erlag dennoch der Aufforderung (ok vielleicht hatten sie auch einfach Durst bei dauerhaftem tropischen Wetter). Der Rückweg führte uns dann durch beschauliche Sieldungsgebiete der Stadteinwohner, bevor es zurück zu unserem Hotel ging. Und da hörten wir sie wieder...die Stimmen...Betrinkt euuuuuuccchhhhhhhhh....Loooooooooosssssss!

Doch noch blieben wir entspannt, schließlich hatten wir noch eine weitere, an harte Arbeit grenzende Arbeit zu erledigen: Sich Anzüge zu einem Spottpreis maßschneidern lassen, für den man in Europa sonst nur die linke Arschbacke des Schneiders begutachten dürfte. Nach detaillierter und wohlüberlegter Auswahl und gründlichem Vermessen, war die Wahl der beiden asiatischen Arschwalforscher dann letztendlich gefallen. Mister Regenbogen persönlich, Kalle Kolumbus, wird euch Zuhause noch definitiv modisch überraschen können. Also Jungs und Mädels...bald ist edel feiern angesagt (Matrix oder Flirt?)! 

Wir beendeten diesen Abend dann mit einem gemütlichen Dinner, gutem asiatischen Curry (oh that´s so spicy!) und so einer Ahnung beim Einschlafen, das die nächste Nacht das Potential haben könnte, die 100%-Blackout-tag11-3Nacht zu werden.

Zweiter Akt: Folge der Stimme

An nächsten Morgen, nach einer weiteren Erhöhung des Bauchumfangs um 20cm, besichtigten wir noch die Altstadt von Hoi An, welche ein offizielles Weltkulturerbe ist. Harri war etwas unzufrieden mit dem Ticketpreis (6$?....für 6$ bekomme ich ja locker ne Flasche Vodka und ne Cola dazu...Frechheit!), doch letztendlich war es ein lohnenswerter Besuch, bei dem Kalle auch endlich Shorts mit genug,....nennen wir es Bewegungsfreiheit, bekam. Danach noch schnell die neuen Anzüge und 2-3 weiteren netten Neuerwerbungen abgeholt und es konnte beginnen. Die Stimmen waren wieder da....Trinkeeeeeeeeeeeeeeeeen! Ok, alle Aufgaben erledigt, die Stimme ist zu stark, zu verlockend. Wir folgen dir! Wir ließen uns während der Paketaufgabe (wir schleppen den Scheiss doch nicht mit uns rum...HALLLO?!) bereits Bier von den Angestellten des Schneidereiladens besorgen, da diese es als Einheimische günstiger bekamen (Bierfüchse on Tour hihi). Wir durften schließlich keine Zeit unseres Rauschabends vergeuden. Es war ja auch schon 17 Uhr. 

Der weitere Teil der Geschichte wird sich jetzt auf die Party im stadtbekannten Club Volcano fokussieren, da diese einfach detailliert rübergebracht werden muss. Soweit das geht. Denn unsere Helden haben, was den actionreichen Part angeht, nur einen schwarzen Schleier vor Augen. Sei es drum. Es hat jedoch Folgen für die Erzählweise, die deshalb im Folgenden als kleine, romanähnliche Story folgt.

Vorhang auf. 

Vierter Akt: Der Morgen danach, oder auch: Warum der dritte Akt im Dunkeln bleibt

Bewegung im Bett. Kalle räuspert sich. Hustet. Schwingt den Helikopterpenis. Langsam öffnen sich die Augen „Auaaaaaaaaa...Kopfschmerzen". Egal...aufwachen, das Todesfrühstück wartet. „Hi Leute was los, alles klar?“. Der Rest liegt auch noch im Bett. „Ja alles easy...bei dir anscheinend auch“. Ok ich weiß nichts mehr, aber alles scheint softe. Ab zum Frühstück. Sehen alle ganz schön fertig aus...aber warum tuscheln die alle so? Wie siehts aus mit meinen Leuten? Hm, benehmen sich auch etwas komisch. Fast so ein Blick, als gibt es da noch ne Story von letzter Nacht. Naja, erstmal Essen. 

Emily eröffnet das Wort am Tisch. „Na Phil, was weißt du noch von gestern“?. Phil fasst zusammen: „Ja also wir haben uns betrunken wie die hölle, vorher schon im hotel mit den ganzen leuten. das war geil. oh und das bier so günstig beim essen gehen vorher. haha und wisst ihr noch, das wir mit 20 leuten aufgebrochen sind, aber sich die gruppe immer mehr geteilt hat da alle zu faul zum laufen waren? egal, am ende waren ja alle wieder da. Oh man und dann im volcano...ok es war recht leer. aber verfickt nochmal nur 4$ für flatratesaufen die ganze nacht? ist doch der hammer. vodka redbull...vodka cola...wir haben die bühne gestürmt und den laden gerockt. joa...äähhhhh...und halt gefeiert...und so...ja irgendwie weiß ich ab da gar nichts mehr. war was?“

Die Blicke am Tisch schwanken zwischen amüsiert und belehrend. Blicke richten sich auf Harri, welcher in solchen Fällen normalerweise Kalle erzählt was passiert ist. Normalerweise fügen so beide wie bei einem Tetrisspiel die betrunkenen Erinnerungen zusammen. Doch dieses mal ist es anders, Harri schweigt. Er weiß nichts. Dort ist nur schwarz. Ist das schlimm?

Steve ergreift das Wort. „Auch Harri wird nichts wissen, denn zu dem zeitpunkt der ereignisse, lag er bereits ausgeknockt durch den komarausch auf dem tisch“. Für Harri ergibt das Sinn...er hat schließlich jeder Vorsicht fallen lassen und alles durcheinander getrunken was nur ging. Steve erzählt weiter. „Also Kalle, du erinnerst dich noch an die tür zur frauentoilette? so eine Art zweiteilige salontür aus holz, mit einem unteren und oberen ende zum aufschwingen? Genau die. Ja also die hast du zerschreddert. warum fragst du? nun, du kamst nicht mehr aus der frauentoilette heraus, vielleicht, weil du zu betrunken warst, man weiß es nicht. dann krachte es laut, die tür fiel aus den angeln und du standest dümmlich grinsend da wie ein hamster auf haschisch. aber weißt du, der besitzer, der mochte das nicht. er packte dich an der kehle und in deinem versuch dich zu befreien hast du ihm eine verpasst. er wurde wütend. nein. er war wütend. jetzt wurde er rasend. er ging zur bar und griff eine eisenstange, mit der er schwingend auf dich zulief.“ 

Offene Münder und aufgerissene Augen der Beiden sind als Reaktionsbeschreibung auf diese Ausführungen wohl ausreichend. Steve fährt fort.

„Ja und dann ging ich dazwischen, blockierte den eingang zur toilette in der du noch immer warst und hielt ihn auf. dort drinne warst du wenigstens sicher. Doch er wollte nicht aufhören. Er ging wieder zur bar, denn die eistenstange brachte ihn nicht so recht weiter. du warst immer noch im toilettenbereich, du warst laut, du hast geschrien, du hast getreten. emily kam auch dazu, als der clubbesitzer, dieser kleine asiate, doch tatsächlich ein samuraischwert-ähnliches langmesser herausholte. oh fuck. er fixierte dich und die tür und kam wieder. emily schrie und nun standen wir beide zwischen dem wildgewordenen clubbesitzer, der dich mit dem schwert bedrohen wollte. wir handelten, preise wurden genannt und wir konnten uns einigen bevor es weiter eskalierte. 40$. der Preis für deine Freiheit und die tür. doch du hattest natürlich nicht mehr soviel kohle. emily legte dazu. es reichte immer noch nicht. die rettung war harri, der irgendwo seelenruhig währenddessen im club auf einem tisch eingekomert war. wir zogen auch ihm das letzte geld aus der tasche und konnten dich freikaufen. danach hieß es nur noch: raus hier! du warst nicht hundertprozentig bereit dazu, was du durch weitere tritte gegen barhocker und den billardtisch ausdrücktest. redefunktion schien eingeschränkt zu sein“.

Kalle und Harri kamen gar nicht mehr klar...was für eine Scheisse? Ist das eurer Ernst. Ach du Kacke. Es war schwer zu realisieren, wenn man jeweils das 100%-Blackoutlevel erreicht hatte (Innerlich beglückwünschten sie sich dazu natürlich bereits), was dort wirklich geschehen war. Nicht einmal ein einziger Flashback, der normalerweise bei den krassesten Aktionen dabei ist, kam in diesem Fall beim Erzählen auf. Ein neues Level wurde erreicht. Denitiv.

Emily fügte noch etwas hinzu. „Ja und wir haben auch kein taxi auf dem heimweg bekommen...denn jedesmal wenn einer angehalten hat, hast du es mit wenigen worten geschafft sie sofort aggressiv werden zu lassen. du warst total außer kontrolle. aber wir hatten trotzdem eine geile nacht“

Epilog

War das alles echt passiert. Krass. Irgendwie unwirklich, aber es stimmte tatsächlich. Während des Frühstücks befragten die beiden Vertreter der Bierflaschenleerungsvereinigung noch weitere Gäste, die ebenfalls das Volcano gestern mit der Gruppe besucht hatten. Sie konnten die Geschehnisse bestätigen (Auch wenn sie alle noch rote Augen und Alkohlolatem hatten). Ok, kein Problem. Im Endeffekt war ja nichts passiert, außer das etwas Geld draufgegangen war. Reisen beinhaltet nunmal auch Risiken. „Mot..Hai...bah...yoooo!“. Unser neues Asienmotto. 

Übrigens waren die Kameradisplays fast so schwarz wie unsere Erinnerungen...es gibt daher nicht viele Bilder ;)

Lesen Sie auch...

...In der nächsten Geschichte der beiden Fürsten der freudigen Erlebnisse, wird es in zum Teil unerforschte, riesige Höhlen gehen. Es wird eine Geschichte fürs Auge, aber auch eine Vorbereitung auf das Ende unserer Vietnamreise in Hanoi. Der letzten Station. Dem Grande Finale, welches würdiger kaum sein könnte (und natürlich mit Drinking Hats).

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