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Cast Away – Verschollen

Zuerst einmal wollen wir uns entschuldigen, das wir uns solange nicht gemeldet haben…NIIIICHT! Aber aufgrund einer außerordentlich wichtigen Mission, bestehend aus hardcore-chillen, mega-relaxen und zwischendurch auch ordentlich feiern sind wir einfach nicht zum Schreiben gekommen. Das wird sich nun ändern, während wir im Bus nach Bangkok sitzen, unsere letzte Station der 8-wöchigen Reise. Doch springen wir erstmal drei Wochen zurück, zurück nach Hanoi.

Beim letzten Mal hatten wir gerade die epische und einzig richtige Entscheidung getroffen, die teure und unter Sauftouristen bekannte Cast Away/Halong Bay-Tour zu machen. Eine Tour die über drei Tage geht, bei welcher man eine Nacht auf einem Boot und eine auf einer einsamen Insel verbringt. Wir hatten viel Gutes von dieser Tour gehört und warem dementsprechend euphorisch, als wir uns am nächsten Morgen in der Lobby sammelten. Wir 13-1erhielten einen ersten kleinen Dämpfer, als sich die Gruppenstärke am Ende auf 10 Leute einpendelte. Normalerweise umfasst diese mindestens 20, 30 oder sogar 40 Personen, was das Eskalationslevel natürlich automatisch in die Höhe treibt. Doch wenn wir eins auf dieser Reise gelernt hatten, war es Gelassenheit und Ruhe. Und das sich am Ende immer alles zum Guten wendet, mitunter auch unter unserer tatkräftigen Mithilfe und der Spirituosenauswahl im Shop an der Ecke. Da es ausdrücklich verboten war, eigene Getränke mitzubringen, hatten wir als logische Folge am Abend vorher drei Vodkaflaschen gekauft (was uns knapp 9€ kostete...huuiiii). Wir waren für alle Eventualitäten vorbereitet, let´s go.

Verantwortlich für die Betreuung der Partygruppe war Tiny, unser britischer Tour Guide (also der Aufpasser, der das Alkohollevel stetig bei mindestens 1,0 Promille halten würde). Tiny war ein geiler Typ, circa 2,05m groß, selber in Hanoi während seiner Backpacking-Reise hängengeblieben und natürlich absolut trinkerprobt (Engländer halt). Es ging zuerst einmal mit dem Bus zum Hafen, an dem uns dann ein kleines Transportboot abholte, welches uns dann auf unser Kabinenboot bringen sollte (dieses war für ca. 20 Personen gebaut). Angekommen auf dem Boot führte uns Tiny erst einmal in die Regeln für die folgenden Tage ein, jedoch nicht ohne vorher erst einmal eine gemeinschaftliche Bier-Shotgun-Runde durchzuführen. Das13-2 bedeutet jeder ext eine Dose Bier, egal ob Frau oder Mann. Die Regeln für die nächsten Tage gestalteten sich dann wie folgt:

1.)    Wenn jemand mit der rechten Hand ein Getränk trinkt und jemand ihn dabei erwischt und „Buffalo" ruft, muss der Trinkende sein Getränk leeren. Ohne Widerrede. Leert man das Getränk dann ausversehen nochmal mit der rechten Hand, folgt automatisch noch ein weiteres hinterher.

2.)    Wenn jemand „mein(s)“ oder „zehn“ sagt, muss er zehn Liegestütze, Sit-Ups oder eine Ähnliche Übung durchführen.

Regel eins klingt einleuchtend und sorgt dafür, die ganze Gruppe ordentlich abzufüllen. Regel zwei ist eine perfide Regel, die sich erst durch verstrickte Interaktion und Kommunikation wirklich entfaltet. Nebenbei gefragt...wessen Bier ist das eigentlich? „Meins“....Fuck. Ok Liegestütze. Wieviele nochmal? „Zehn“. Ahhhhhh, nicht schon wieder. Und so setzt sich das fort...nur schonmal soviel dazu...am Ende hatten wir nicht nur einen durch Alkohol zerstörten Körper wie sonst nach sechs Tagen Festival, sondern auch Muskelkater wie die Hölle. 

Danach stellte sich die Gruppe erstmal untereinander vor, was durch die Erzählung einer peinlichen/lustigen 13-3Geschichte aus eigenen Reisen erfolgen sollte. 

Ui das war was für uns, davon kennen wir ne Menge. Aber auch die Anderen legten gut los. Scheisse waren die alle offen...und da hatte jemand doch tatsächlich das volle Programm mit einem Ladyboy durchgezogen (100%...echt bitter). Na das konnte ja was werden haha. Noch einige weitere Bier und dann erfolgte erstmal das gemeinschaftliche Essen. Es gab wieder todesviel, zu jeder Mahlzeit. Geil! 

Auf das Trinken werde ich im Folgenden jetzt nicht jedes mal explizit eingehen, denn das begleitete uns ständig und bei jedweglichen Aktivitäten. Zuerst stand Kayak fahren auf dem Programm und mittlerweile befanden wir uns in einer atemberaubenden Insellandschaft aus Karstformationen (welche sich während der letzten 20 Mio Jahre entwickelt haben), wie man sie sonst nur aus Filmen kennt. Wir durchfuhren einige mit dem Kayak, auch durch einen Höhlendurchgang und stoppten in einer kleinen Bucht die umrahmt von Felsen war. Ein unvergesslicher Anblick. Anschließend durften wir noch von unserem großen Boot vom Oberdeck ins Wasser springen, während gleichzeitig Alkohol floss und Musik spielte. Freiheit pur. Der Gruppe wurde dann beim Abendessen eine kurze Pause gegönnt, bevor unser Partyguide Tiny das Volk mit diversen Trinkspielen bis an die Grenzen der Belastbarkeit brachte. Gläser auf ex trinken, Mischungen aus verschiedenen Alkoholarten und Kleidertausch waren die Standardprozeduren an diesem Abend.

Als alle in entsprechender Stimmung waren, wurde auf dem Bootsdeck in die Nacht13-4 getanzt, zu feinsten elektronischen Klängen. 

Irgendwann löste sich die Meute auf und verschwand in ihren Kabinen. Der Tagesplan auf der Tour lässt wenig Raum für Ausruhen, Trinken und Feiern ist hier ein Vollzeitjob. Um 7 gab es wieder Frühstück, bevor wir das Boot wechseln sollten, um von einem anderen Transportboot zu unserer privaten Insel gebracht zu werden. Dabei begegneten wir der Gruppe, die gerade die Insel verlassen hatte. Sie waren richtig im Arsch. Exzellente...das können wir auch schaffen. Das können wir noch steigern. Behilflich war dabei wieder Tiny, der erstmal eine Guten Morgen-Shotgun Runde durchführte.Mmmhhhhhhh. Bieeeeeeeeer. Nebenbei, ich habe noch eine weitere Fun-Regel vergessen. Man konnte Sätze oder Tätigkeiten anderer Mittrinker mit der Aussage „Copy“ kopieren, um ihn jederzeit mit dem Wort „Paste“ wieder dazu zu bringen sie auszuführen. Sehr amüsant. Vor allem wenn es Tätigkeiten sind wie die, das Kalle den Nippel unseres Sauf-Guides Tiny lutscht. Der Running-Gag für die Gruppe, die sich daran einfach nicht satt sehen konnte. Verständlicherweise. Als dieses Copy dann von einer unvorsichtigen Mitreisenden durch ein neues Copy überspielt wurde, lynchte die Gruppe sie fast.

Danach kamen wir endlich auf unserer Insel an und wir wurden nicht enttäuscht. Dieser Anblick und dieser Ort war 13-5definitiv einer der besten unserer ganzen Reise. Davon konnten uns auch weder die Gruppengröße oder der öfter mal einsetzende Regen abbringen. Es entstand eine Stimmung, bei der solche Faktoren alle keine Rolle mehr spielten. Es zählte das hier und jetzt, das Erleben und Aufsaugen aller Eindrücke und es gab keine negativen Gedanken mehr. Der Hammer. Auf der Insel lernten wir noch Party-Guide Nummer Zwei kennen, Shawn. Geiler Typ, genau wie Tiny. Sein Lieblingsmove war beim Wakeboarden in die Bucht einzufahren, das Halterungsseil loszulassen und mit dem restlichen Schwung bis auf den Strand zu gleiten...die Frauen fielen reihenweise um bei diesem Anblick. Nach der üblichen Begrüßungs-Shotgun-Runde, begannen die Inselspiele (den Zusammenhang zu Alkohol und Bier muss ich glaube nicht mehr erwähnen). Volleyball, Frisbee und weitere, aber in abgeänderten Variationen. Nach dem Mittagessen kam dann ein weiteres Highlight...Tubing. Im Halbrausch hinten auf einem Gummireifen mit drei weiteren Jungs hinter einem Speedboat hergezogen werden, während es einen über die selbst erzeugten Wellen schleudert. Unglaublich. Vor alle mit der Aussicht. Währenddessen noch seine Hose ausziehen...unbezahlbar.

Weitere Aktivitäte die wir dann noch betreiben konnten waren klettern und wakeboarden, wovon wir letzteres versuchten. Leider, es war ja auch das erste mal, noch mit mäßigem Erfolg. Aber Bier tröstete uns darüber ausreichend hinweg. Nachdem so der gesamte Tag13-6 verbracht wurde, waren wir natürlich dementsprechend kaputt als sich die Abendstunden näherten. Ein kleines Kartenspiel, bei dem der Verlierer das Vergnügen hatte sich nackt im Sand zu wälzen und dabei mit Bier übergossen zu werden, überbrückte die letzten Minuten bis zum Abendessen. Danach, vollgestopft mit Pommes und Chicken Wings, schien die gesamte Gruppe einen kleinen Durchhänger zu haben. Aber nichts da, auf dieser Tour wird gegen so etwas proaktiv vorgegangen...nicht umsonst werden die Tour-Guides fürs Trinken und Partymachen bezahlt. Also spielten wir „Hacienda“, das letzte Eskalations-Trinkspiel, bei dem jeder der Teilnehmer sechs Drinks brauchte, die während des Spiels gekillt wurden. Bei diversen Verstößen gegen die Regeln gab es auch den Mund randvoll gefüllt mit purem vietnamesischen Whiskey...definitiv kein Vergnügen und Harri holte sich (völlig unfreiwillig?) drei dieser Ekel-Riesen-Shots ab. Zu unserer Überraschung (oder auch nicht), fragten uns die beiden Rausch-Guides während des Spiels auch, ob wir nicht Interesse daran hätten den Job für eine Weile selber zu machen. Schon eine ziemlich geile Überlegung...bezahlt werden für das Leiten von exzessiven Trink- und Partyausflügen?! Und Schließlich haben wir der Welt soviel zu geben und mitzuteilen. Aber da es Zuhause so viel gibt, für das es sich zu bleiben lohnt, lehnten wir das Angebot einstimmig ab ;) War die Stimmung vor diesem Spiel noch eher mäßig, waren dann nach anderthalb Stunden alle Inselbewohner rattendicht und die Tische wurden aneinander geschoben, um angemessen 13-7auf dem so gebildeten Dancefloor abzuspacken. Wie schon so oft zuvor erlangte unser exzessiver Berliner Tanzstil mehr Aufmerksamkeit, als man es sonst von Zuhause gewöhnt ist. „You crazy Germans!“. Hatte es vielleicht auch was mit dem Spiderman-Kostüm oder den Frauenklamotten zu tun, die wir trugen? 

Nebenbei wurde übrigens immer noch fleißig „gebuffalot“ und gepumpt...noch merkten wir die Erschöpfung zum Glück nicht, wahrscheinlich aufgrund der örtlichen Betäubung(smittel). 

Das wir irgendwann nachts wieder badend im Meer landeten war ja quasi klar gewesen und das ist auch mit eine der letzten Dinge, die noch in Erinnerung sind. Das nächste ist ein kurzer Flashback, bei dem beide Helden in der falschen Schlafhütte aufwachen und dann in die richtige torkeln. Leider gab es keine Decken, was Harri dann später noch einmal dazu bewegte, die Insel abzusuchen. Fündig wurde er im Waschbereich, in dem er von der Wäscheleine ein großes T-Shirt und ein Handtuch abstauben konnte, mit denen er sich sein Nachtlager aufpimpte. Mal wieder ausreichende 3h geschlafen, ging es dann auch früh wieder aus den Betten, ein kurzes Frühstück und dann begrüßten wir schon das Transferboot, welches uns wieder zurück zum Kabinenboot und dieses uns dann zum Hafen bringen sollte. Auf der Fahrt wurden dann noch ein paar wehmütige Abschiedsbier mit Tiny getrunken...Mot Hai Bah...Yooooo! Lustig wurde es wieder als wir mit der neuen Reisgruppe das Boot tauschten und diese Kalle beäugten als wäre er ein Alien (lag dies vielleicht an der zerissenden Hose mit der er mitten auf dem Deck lag?). Am Ende gab es noch das rührselige Verabschieden, bei dem die anderen Gruppenmitglieder sich unter Anderem auch bei uns für die unentwegte Verrücktheit und Feierei bedankten. Kein Problem, wir nehmen unsere Berufung halt ernst. 13-8

Vietnam...Hanoi...Halong Bay...Tiny...Shawn...Reisegruppe...Danke! Dies war eines unserer besten Erlebnisse überhaupt...und das bezieht sich auf unser gesamten bisheriges Leben!

Damit brach dann auch der letzte Abend in Hanoi und somit Vietnam an, denn am nächsten Morgen sollte es zum Flughafen und nach Singapur gehen...wieder in eine komplett neue (und für 50% unseres Zwei-Mann-Abschusskommandos bereits bekannte) und aufregende Welt. 

Also dann bis später Jungs und Mädels...wir sehen und nächste Woche. Zuhause. In der richtigen Welt.

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